Wir gehen vom Tauernhaus aus das Dorfertal aufwärts, überqueren den Laperwitzbach und erreichen nach einigen Minuten ein Lärchenwäldchen. Vom Weg unsichtbar, liegt rechts dahinter ein eindrucksvoller Wasserfall, der die Laperwitzklamm herunterstürzt. Ein Abstecher lohnt sich. Einen Weg dahin muß man sich aber suchen. Es gibt keine Markierung.
Wo der Talboden ansteigt, wird der bis dahin breite Weg zum Pfad. Er führt anfangs durch Baumbestand, dann, gut gezeichnet, durch das wilde Blockwerk eines vorzeitlichen Bergsturzes, und wir erreichen in ca. einer Stunde vom Tauernhaus den Dorfersee (1935 m).
Der weitere Weg führt rechts am See vorbei. Hier finden wir überall Plätze zum Rasten oder für Kletterpartien im Felsblockwerk. Ein Bad im See ist allerdings eine „sehr erfrischende" Angelegenheit. Bis in den Sommer hinein reichen Schneeflecken bis ins Wasser. Nach einer weiteren Stunde mit mäßiger Steigung durch das tief eingeschnittene Dorfertal mündet von links kommend der Silesiaweg.
Der Steig führt uns jetzt rechts steil zum Paß hoch, dem Kalser Tauern (2518 m). Eine felsige Stelle ist mit einem Drahtseil versichert. Die Gehzeit vom Tauernhaus beträgt knapp 3 Std. Oben angekommen überlegen wir, wie es weitergehen soll: In ca. ¾ Std. können wir zur Rudolfshütte (heute privates Hotel) auf der Nordseite des Tauernkammes gelangen, ebenfalls in ¾ Std. links zum Tauernkogel (2683 m) oder rechts zum Medelzkopf (2760 m) aufsteigen (ca. 1 Std.).
Der Medelzkopf zeigt sich vom Dorfertal her als regelmäßige Pyramide. Von nahem betrachtet besteht er aus grobem Blockwerk. Der Anstieg vom Kalser Tauern ist gut markiert und auch etwas angelegt. Man muß beim Steigen aber gelegentlich die Hände zu Hilfe nehmen. Wir passieren die „Medelzlack" und eine Gruppe Riesensteinmänner. Sie wirken wie eine Skulpturengruppe und sehen, besonders wenn es etwas nebelig ist, recht geheimnisvoll aus. Etwas unterhalb endet eine von der Nordseite kommende Seilbahn. Deshalb ist an schönen Tagen hier schon mal etwas Betrieb. Die Markierungen leiten später auf die Südseite und dann zum Gipfel mit Kreuz. Bei gutem Wetter schauen wir auf die Nordseite der Tauern mit verschiedenen Stauseen bis über das Salzachtal hinweg und südlich auf das Dorfertal und in die Glockner- und Granatspitzgruppe. Ein Tipp: Wem es beim Gipfelkreuz für eine Brotzeit zu sehr zieht, der findet gleich unter dem Gipfel im Blockwerk eine „bequeme" Höhle.
Der Abstieg verläuft analog zum Aufstieg. Man sollte sehr auf die Markierungszeichen achten, besonders bei schlechter Sicht. Das gilt auch noch unterhalb des Kalser Tauern, wo es neben der eigentlichen Route eine ganze Anzahl Steigspuren gibt.
Tour hin und zurück: 6½ - 7 Gehstunden.
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