Im Mai sind wir zum Lago di Como gefahren, um dort Klettersteige zu gehen. Wegen durchwachsenen Wetterverhältnissen hatten wir zudem noch die Möglichkeit uns Mailand anzuschauen.
Am 18.05.2024 starteten wir mit zwei Autos unsere Abenteuer Reise, gebucht mit „Plischke Tours“, Richtung Comer See. Da unsere Anreise länger als erwartet dauerte, war der einzige Steig, den wir an diesem Tag noch gehen konnten, die Treppen hoch in unsere Zimmer. Am späten Nachmittag ging es dann noch einmal zum Strandbad, um unser erstes Getränk zu uns zu nehmen und auf dem Heimweg lernten wir die Bar „Colombo“ kennen, die für die nächsten Tage unser „Hauptquartier“ werden würde.
Dank unserer Wetter Feen, Mel, Kirsten und Gaby (mit ihren ausgezeichneten Wetter Apps) waren wir Petrus immer ein Stück voraus und wussten wann Regen kommen würde. Also ging es am Sonntag gut gestärkt zum „Via ferrata del Centenario“ ( C ).
Die ersten Höhenmeter legten wir mit der Seilbahn zurück. Dann ging es durch extrem matschiges Gelände zum Einstieg des Steiges. Die neuen Kletterschuhe von Kirsten wurden somit bereits beim Zustieg herrlich eingeweiht.
Der Steig startete steil, mit einigen Bügeln (B/C) sowie C Stellen. Der Ausblick war sagenhaft – was für ein Panorama – hoch über dem Comer See!!! Wir lernten einen philippinischen Kletterer im Steig kennen, der ein super Gruppenfoto von uns machte. Zum Lohn offerierten wir Ihm eine legendäre Gaby- Nussecke (gebacken von Gaby Plischke) als Dankeschön.
Der Klettersteig war sehr schön und gipfelte in einem Abstieg der ebenfalls ein Klettersteig ist. Der „Sentiero attrezzato del Caminetto“ (A/B) besticht durch die Routenführung in einer engen Schlucht. Für manch einen von uns war es eine schöne Erfahrung einen Klettersteig als Abstieg zu klettern. Beim Abstieg passiert man das Rifugio Ghisaldi am Passo del Fò. Welche am WE von Ehrenamtlichen bewirtschaftet wird. Somit konnten wir uns noch einen Kaffee gönnen. Zurück ging es dann erneut durch extrem aufgeweichte Wege mit viel Matsch-Treterei Richtung Seilbahn.
Am späten Nachmittag kühlten sich einige der Gruppe für Millisekunden im eiskalten Comer See ab, während die anderen anfingen sich von innen bei „Colombo“ zu kühlen. Abends ging es zur Pizzeria. Dank Google Translater und den Spanischkenntnissen von Michael, wusste jeder, was er bestellen wollte.
Das Wetter meinte es am nächsten Tag gut mit uns. Same procedure as yesterday. Auf ging´s zum “Ferrata Gruppo Alpini Medale, C”. Der Einstieg war etwas schwer zu finden. Doch die netten Einheimischen, erklärten uns den Weg. Der Zustieg wird mit zunehmendem Gehweg immer steiler und geht teilweise über Geröll. Der „Gruppo Medale“ wurde 2021 entschärft. Somit ist er jetzt ein C-Steig. Er gibt den Kletterern viele Möglichkeiten - mit dem Fels zu arbeiten. Es gibt auch einige Stellen, wo man anständig zupacken muss, um über die nackte Wand nach oben zu gelangen. Die Länge des Steigs sollte nicht unterschätzt werden. Der Abstieg stellte sich ebenfalls als Herausforderung dar. Er ist steil und mit viel Geröll und Steinfelsen bestückt. Die letzten Meter des Abstieges gingen einige unserer Kletterinnen rückwärts, um ihre Knochen für die nächsten Steige zu schonen. (Es ist erwiesen, dass Rückwärtsgehen definitiv die Knie schont).
Leider wollte das Wetter sich nicht halten und somit war der Dienstag ein Sightseeing Tag am Comer See. Die Städte Bellano und Dervio wurden besichtigt. Es gibt schöne kleine Gassen zu besichtigen. Höhenmeter können auch überwunden werden, denn es gibt genügend Kathedralen am Berg.
Für Mittwoch waren zwei Klettersteige geplant. Morgens hatten wir ein kurzes trockenes Zeitfenster, welches wir für den Gamma 1 nutzten. Ein Leiternklettersteig, der am Anfang nicht bei jedem eine Begeisterung hervorrief. Den Steig, der seit neustem mit Seilen bestückt ist, erreicht man nach einem kurzen Anstieg durch den Wald. Der „Gamma 1“ überzeugt durch seine gute Mischung aus Leitern und Fels. On Top gibt es eine Drei-Seil-Brücke sowie eine Stahlbrücke am Ende. Wir sind uns alle einig: Klettertechnisch vielleicht nicht die Herausforderung, jedoch sehr abwechslungsreich und für den ein oder anderen aufgrund der Höhe durchaus eine mentale Herausforderung. Mit dem aufziehenden Regen erreichten wir die Seilbahn – erneut eine Punktlandung unserer Wetterfeen.
Abends stand unsere Nachtwanderung zum Agriturismo „La Selvaggio“ an. Die Anreise erfolgt mit dem Auto. Danach ging es durch kleine Gassen und über Felstreppen hoch zum Restaurant, wo wir uns verwöhnen ließen. Der Abstieg ist im Dunkeln und mit nassen Treppen etwas tricky, von daher unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen!!
An unserem letzten Tag erklommen wir den Mailänder Dom. Aufgrund des Wetters musste unsere Tour angepasst werden. Die Gruppe entschied sich für einen Ausflug nach Mailand mit dem Zug. Dort erklommen wir bei heftigsten Regen die Dächer des Doms. Unser Regenschirm Foto erregte so viel Aufmerksamkeit, dass die netten zwei Amerikanerinnen auch mit auf unser Foto wollten. Im Anschluss ging es vorbei an der Scala Richtung Brera, wo wir die Läden und Leute bewunderten.
Einen kleinen Abstecher noch zum Castello Storzesco und dann war es auch schon wieder Zeit zur Heimreise. Mailand ist an einem Tag nicht zu schaffen, aber wir hatten somit wenigstens einen Eindruck bekommen. Abends wurde gepackt und unser Abschiedsessen nahmen wir im „Colombo“ ein. Ein letztes gemeinsames Foto mit Colombo und Mamma Mia - dann ging es Richtung Bett.
Fazit dieser Reise: Das Wetter kann man nicht bestimmen. Gerne hätten wir mehrere Klettertouren gemacht, but that´s life.
Wir haben gute Alternativen gefunden und die Gruppendynamik war super. Liebe Frau Plischke von „Plischke Tours“. Es war mal wieder eine gelungene Tour. Vielen lieben Dank von Andrea, Kirsten, Markus, Mel, Michael und Thomas für die schöne Zeit und wir hoffen auf weitere Touren mit dir/euch.
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